Amazonas (Fluss)
Der Amazonas ist der wasserreichste Fluss der Erde und durchfließt auf seinem Weg von den peruanischen Anden bis zum Atlantik das Amazonasbecken, das größte zusammenhängende tropische Regenwaldgebiet der Welt. Je nach Messmethode gilt er zudem als einer der beiden längsten Flüsse der Erde, konkurrierend mit dem Nil.
Geographie #
Verlauf #
Der Amazonas entspringt in den peruanischen Anden und fließt in überwiegend östlicher Richtung durch Peru und Brasilien, wo er nahe Manaus mit dem dunkelwasserführenden Rio Negro zusammentrifft, bevor er bei Belém in den Atlantik mündet. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 7 Millionen Quadratkilometer und damit etwa 40 Prozent Südamerikas.
Wassermenge #
Mit einer mittleren Abflussmenge von rund 200.000 Kubikmetern pro Sekunde führt der Amazonas mehr Wasser als die nächsten sieben größten Flüsse der Welt zusammen und trägt maßgeblich zum globalen Süßwasserkreislauf bei.
Ökologische Bedeutung #
Das Amazonasbecken beherbergt schätzungsweise 10 Prozent der bekannten Arten der Erde und wird wegen seiner Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf oft als „grüne Lunge“ bezeichnet, wobei diese Bezeichnung wissenschaftlich umstritten ist, da der Wald durch Photosynthese und Zersetzung nahezu ebenso viel Sauerstoff verbraucht wie er produziert.
Einordnung #
Der Amazonas und sein Regenwald stehen durch Abholzung, Bergbau und landwirtschaftliche Nutzung unter erheblichem menschlichem Druck, was internationale Debatten über Klimaschutz und Regenwalderhalt prägt. Zugleich ist die Region Heimat zahlreicher indigener Völker, deren Lebensweisen eng mit dem Fluss und seinem Ökosystem verbunden sind.
Quellen
- Michael Goulding, Ronaldo Barthem, Efrem Ferreira: The Smithsonian Atlas of the Amazon. Smithsonian Books, Washington D.C. 2003.
- Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia (INPA): Forschungsdaten zum Amazonasbecken, inpa.gov.br.