Barock
Der Barock ist eine Kunst- und Kulturepoche, die sich vom späten 16. Jahrhundert bis etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa erstreckte. Er zeichnet sich durch Prunk, Dynamik, starke Kontraste und den Anspruch aus, den Betrachter emotional zu bewegen – in Architektur, Malerei, Musik und Literatur gleichermaßen.
Merkmale #
Architektur und bildende Kunst #
Barocke Architektur, etwa Gian Lorenzo Berninis Werke in Rom, nutzt geschwungene Formen, Illusionsmalerei und weiträumige Platzgestaltungen, um Macht und religiöse Bedeutung eindrucksvoll zu inszenieren. Die Malerei setzt auf starke Hell-Dunkel-Kontraste (Chiaroscuro), wie sie Caravaggio prägte.
Musik #
In der Musik gilt der Barock als eigene Epoche zwischen Renaissance und Klassik, mit Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi, die polyphone Strukturen und den Generalbass zu prägenden Stilmitteln entwickelten.
Historischer Kontext #
Der Barock entstand im Umfeld der Gegenreformation und diente der katholischen Kirche sowie absolutistischen Herrschern als Mittel zur Machtdemonstration, sichtbar etwa in Schloss Versailles oder den Residenzen deutscher Fürstentümer.
Einordnung #
Der Begriff „Barock“ wurde ursprünglich abwertend verwendet und leitet sich vermutlich vom portugiesischen „barroco“ (unregelmäßig geformte Perle) ab. Erst im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Epoche kunsthistorisch neu bewertet und als eigenständige, hochkomplexe Stilrichtung anerkannt.
Quellen
- Propyläen Kunstgeschichte, Band 9: Kunst des 17. Jahrhunderts. Propyläen Verlag, Berlin 1988.
- Rolf Toman (Hg.): Barock. Architektur, Skulptur, Malerei. Könemann, Köln 1997.